#Bloghexeninterviews – heute mit Roman

Pixelart-Grafik zum Thema „Bloghexen Interview“: Eine grüne, freundliche Pixel-Figur sitzt an einem Computer. Auf dem Monitor sind zwei Personen in einem Gespräch mit Sprechblasen zu sehen. Darüber schweben ein Hexenhut und kleine Sterne. Links befindet sich eine Sprechblase mit Herzsymbol. Der Schriftzug „BLOGHEXEN INTERVIEW“ steht groß am oberen Bildrand.
Bloghexeninterviews

Herzlich willkommen zum ersten Interview unserer Reihe „Von Blogger zu Blogger“.

Diese Interviewaktion wurde vom Forum Bloghexen ins Leben gerufen und steht ganz im Zeichen des Austauschs unter Bloggerinnen und Bloggern. Verbreitet die Interviews gerne unter dem Hashtag #Bloghexeninterviews.

Mehr dazu erfahrt ihr hier:
https://forum.bloghexe.de/forum/thread/789-blogger-interviews/

Nun aber viel Vergnügen beim Lesen des Interviews!


Würdest Du Dich kurz vorstellen?

Hi, ich bin Roman! Ich bin Mitte 40, wohne mit meiner besseren Hälfte, Hund und wochenweise auch mit Kind in einem sehr kleinen Dorf, das technisch gesehen zu Gardelegen in Sachsen-Anhalt gehört. Ich interessiere mich für viele Dinge: Musik, Comics, Collectibles, Reisen, Wandern, Essen (gehen), ins Kino gehen, Konzerte, Städtetrips und so weiter. Und diese Vielfalt spiegelt dementsprechend auch mein Blog wieder.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?

Damals™, als ich Ende der 1990er noch ein Azubi im Buchhandel war, bekam ich von meiner Ausbilderin die Aufgabe, eine Rezension über die gelesenen Bücher zu schreiben. Zu jener Zeit war das Internet tatsächlich noch #neuland, und übte schon in jenen Tagen eine große Faszination auf mich aus. Das müsst Ihr Euch mal vorstellen: Die ersten, irgendwie in HTML zusammengeklöppelten Websites hatte ich mit URLs, die sich kein Mensch merken konnte, online gebracht, da musste man zum Telefonieren noch aus dem Netz gehen. Und AOL verkündete noch eingetrudelte Mails. Jedenfalls kam mir in diesen Tagen die Idee, meine Texte auch ins Netz zu stellen. Einfach so, weil es ging. Daraus entwickelten sich dann die ersten, richtigen Websites (vom Begriff “Blog” hatte man damals zumindest hierzulande, glaube ich, noch nie etwas gehört), mit richtiger Domain usw. und so kam eines zum anderen.

Seit wann gibt es Deinen Blog und wie kam es zu seinem Namen?

Diesen Blog gibt es seit rund einem Jahr und, witzige Geschichte, dat Ding heißt zufälligerweise genau wie ich! Die Entscheidung dafür basiert auf der Feststellung, dass meine vorherigen Projekte andere Namen trugen (zum Beispiel den Namen eines Songs meiner Lieblingsband – mit Genehmigung, versteht sich!), aber es unterm Strich ja doch sehr oft eine One-Man-Show war. Daher habe ich beschlossen, quasi aus der Not eine Tugend zu machen und unter meinem Namen zu publizieren. Bisher bin ich mit dieser Entscheidung sehr zufrieden.

Worum geht es auf Deinem Blog und was möchtest Du Deinen Leserinnen und Lesern vermitteln?

Siehe Punkt 1. Da sind die Themen schon einmal umrissen. Was ich aber mit dem Blog zu erreichen versuche, ist, Menschen für Dinge zu begeistern. Sei dies für ein tolles Album, für einen spannenden Comic, vielleicht für ein neues Hobby (Figuren sammeln zum Beispiel oder Extremwandern) oder einen Tipp für ein gutes Restaurant mitzugeben. Der Ansporn ist: Die Welt ist gar nicht so scheiße, wie es einem heutzutage gefühlt immer und überall eingetrichtert wird. Vielleicht muss man manchmal dichter heranzoomen, um das große Ganze aus dem Blick, dafür aber das schöne Kleine in den Fokus zu bekommen. Dieses Heranzoomen, das versuche ich bei mir. Das funktioniert natürlich nicht immer und überall, aber das ist grundsätzlich die Motivation hinter meinem Tun.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Blogbeitrag? Worum ging es?

Genau weiß ich es nicht mehr, aber es war ziemlich sicher eine Buchrezension. Siehe auch Punkt 2.

Was macht für Dich persönlich den Reiz des Bloggens aus?

Es gibt nur wenige Dinge im Alltag, bei denen man komplett so agieren kann, wie man es möchte. In meinem Blog kann ich das. Hier findet nur statt, was ich will und wie ich es will. Seien es die Inhalte, sei es die Gestaltung oder was auch immer. Das ist ein wunderbares Gefühl von Freiheit, das man, sofern man ansonsten einer Lohnerwerbstätigkeit nachgeht, nicht hat. Außerdem hat Schreiben eine therapeutische Wirkung, die auch nicht zu unterschätzen ist.

Gibt es einen Beitrag auf Deinem Blog, der Dir besonders am Herzen liegt? Warum?

Tatsächlich ja. Auch wenn das einen tragischen Hintergrund hat. Ende August war ich mit meiner Liebsten auf dem Nachtmammutmarsch im Ruhrgebiet, als ich einen Herztod erlitt. Einfach so, wie aus dem Nichts. Ich hatte fleißige Schutzengel, wurde reanimiert und durfte zurückkommen und weiterleben und somit nun dieses Interview beantworten. Aber das musste natürlich aufgearbeitet werden. Siehe Punkt 6, therapeutisches Schreiben und so. Der besagte Artikel, der hier zu finden ist: https://www.romanjasiek.de/herzstillstand-mammutmarsch-reanimation/ zog noch ein paar Folgeartikel nach sich, aber das ist wohl aus naheliegenden Gründen mein wichtigster.

Wie entstehen Deine Ideen für neue Beiträge?

Ganz einfach: Ich bekomme ein Album oder einen Comic oder ein Buch: ich schreibe drüber. Ich gehe essen, wandern, ins Kino oder mache sonst irgendwas, von dem ich gerne erzählen möchte: ich schreibe drüber. Alle weiteren Beiträge, speziell die Tagebuch-Einträge, fliegen mir quasi einfach so zu.

Schreibst Du eher spontan oder planst Du Deine Beiträge im Voraus?

Ich schreibe, wenn ich Zeit habe. Was, wenn ich nicht gerade in einer Reha-Klinik viel Tagesfreizeit habe, nur noch sehr überschaubar der Fall ist. Real-Life-Job, Beziehung mit Kind im Wechselmodell, sonstige Verpflichtungen dieses anstrengenden Erwachsenenlebens, … da ist nicht viel Zeit übrig, um zu bloggen. Und planen kann ich da meist gar nichts. Ich mache mir manchmal Notizen, wenn ich eine grobe Idee für einen Beitrag habe, aber das ist meist nur ein Schlagwort und garantiert ohne irgendeine Deadline dahinter. Bei Reviews bin ich hingegen natürlich mehr bemüht, meine Artikel im Zuge der Veröffentlichung des vorgestellten Films/Comics/Albums/usw. fertig zu haben. Gelingt mir zum Glück auch meistens.

Was hat sich bei Deinem Blog im Laufe der Zeit verändert?

Vom Namen über das Design über die Breite der Themen so ziemlich alles. Was sich ebenfalls verändert hat, ist der Stil. Immer weiter weg ging der Weg von sachlich-nüchtern hin zu persönlich und die eigenen Erfahrungen einbeziehend.

Welche Rolle spielen Social Media und andere Plattformen für Deinen Blog?

Im Grunde genommen: gar keine. Ich behandele Social Media ohnehin nur noch sehr stiefmütterlich. Tatsächlich ist mein Blog, so wie er derzeit aufgestellt ist, auch mein Versuch, mich immer mehr von den Netzwerken zu lösen. Ganz aufgeben kann man das natürlich nicht, weil man dann einfach aufhört, in der Wahrnehmung der meisten Menschen, die einem folgen, zu existieren. Ich habe es mehrfach probiert und mehrmals sämtliche Konten gelöscht. Heute nutze ich das nur noch, um bestimmten Kanälen zu folgen (weil die beispielsweise keinen Newsletter anbieten, was mir lieber wäre), und gelegentlich einen Link zu einem meiner Artikel zu posten. In Kommentarspalten findet man mich inzwischen so gut wie gar nicht mehr. Da ist das Bloghexen-Forum noch mal ein anderer Schnack und ich kann mir vorstellen, dass spezialisierte Foren eine Renaissance erleben. Aber der Social-Media-Drops ist meiner Meinung nach gelutscht. Für mich und meinen Blog auf jeden Fall.

Wie gehst Du mit Themen wie SEO, Reichweite und dem zunehmenden Einfluss von KI auf das Internet um?

Ähnlich wie mit Social Media: so gut wie gar nicht. Ich versuche es zwar immer mal wieder mit Optimierungen, aber letztlich ist das alles für die hohle Hand. Und am Ende des Tages ist es doch so: In erster Linie bloggt man, weil man etwas erzählen möchte. Weil da eine intrinsische Motivation ist. Weil es etwas gibt, was raus muss. Und nicht, um größtmögliche Reichweite zu erzielen.
KI tangiert mich als Blogger nur insofern, als ich es als Werkzeug für die technische Weiterentwicklung meines Blogs verwende. Sie kommt immer da zum Einsatz, wo meine Coding-Kenntnisse versagen. Für meine Texte brauche ich das nicht. Ich denke auch, dass eine gute Geschichte, ganz gleich welches Thema, und ein eigener Stil immer besser sein werden als das, was die allerbeste KI der Welt zaubert. Denn eines wird sie niemals sein, auch niemals sein können: authentisch. Und da sehe ich sogar eher Chancen für Blogger. Ich kann mir vorstellen, dass, so wie heute wieder Menschen vermehrt Vinyls kaufen, anstatt das x. (Musik-)Streaming-Abo zu haben, sich Menschen schon ganz bald bewusst für echte, von Menschen gemachte Inhalte entscheiden werden. Ich meine, viele uns bemerken doch mittlerweile mindestens eine Sättigung, was KI-generierte Inhalte, ganz gleich welcher Geschmacksrichtung, angeht, oder? Um nicht zu sagen: Der KI-Slop geht inzwischen wohl nicht nur mir auf den Saque, und daher sehe ich das letztlich als Chance.

Welche anderen Blogs liest Du selbst gerne und gibt es Bloggerinnen oder Blogger, die Dich besonders inspirieren?

Oh, da gibt es einige. Und ich finde es ganz schwer, hier eine bzw. mehrere Empfehlungen zu geben. Mit Sicherheit würde ich hier haufenweise tolle Blogs und Autoren vergessen, was in keinem Fall als Wertung zu verstehen wäre. Aber um dennoch wenigstens einen zu nennen: Casis Blog (https://casis.blog/). Nicht nur, weil das ein Kumpel von mir ist, sondern auch, weil er einen sehr ähnlichen Wertekompass hat und wir auch sonst das ein oder andere Schicksal teilen. Vor allem aber auch, weil er immer sehr kluge und wohlklingende Texte schreibt, die, und das kommt mir natürlich sehr entgegen, gerne mal den Umfang einer Rolle Klopapier, beidseitig bedruckt, haben können.

Was würdest Du jemandem raten, der heute mit dem Bloggen anfangen möchte?

Einfach machen. Oder um es mit den Worten von Ulrikes Beitrag auf ihrem Blog Küchenlatein zu sagen: Blog like nobody’s reading. Eine gewisse Portion Ausdauer gehört dazu, denn am Anfang wird genau das der Fall sein. Und ansonsten schiebe ich noch ein Zitat von Steve Jobs hinterher, das ich auch sehr passend finde: Stay hungry. Stay foolish.

Zum Abschluss: Was sollte man unbedingt auf Deinem Blog gelesen haben – und wo findet man Dich sonst noch im Internet?

Das kommt drauf an, wofür Du Dich interessierst. Eine persönliche Note haben alle Beiträge, selbst dann, wenn ich über Comics oder Sammlerfiguren schreibe. Wenn es aber darum geht, den Menschen hinter den Buchstaben etwas besser kennenzulernen, dann empfehle ich die Beiträge der Kategorie “Tagebuch”. Und ansonsten: Es gibt zwar das ein oder andere Profil von mir in diesem Internetz. Aber eigentlich ist mein virtuelles Zuhause mein Blog. Da kann und möchte ich gefunden werden. 😊

Danke für das Gespräch.

2 Comments

  1. Glückwunsch zum ersten Blog-Interview! 🥳
    Es liest sich richtig gut. Danke für diesen interessanten Einblick.

    • Hi Anett,

      ich danke Dir für Deinen lieben Kommentar. Du kannst auch gerne mitmachen.

      Liebe Grüße,

      Tobias 🙂

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