Tremors – Die Filmreihe im Vergleich

Graboide aus Tremors als C64-inspirierte 8-Bit-Pixelgrafik in einer Wüstenlandschaft
Ein Graboide bricht in klassischer 8-Bit-Pixeloptik aus dem Wüstenboden hervor.

Von den Raketenwürmern zum Monster-Trash

Es gibt Filmreihen, die mit jedem weiteren Teil größer werden – und dabei gleichzeitig ein bisschen von dem verlieren, was den ersten Film so besonders gemacht hat. Tremors ist dafür ein schönes Beispiel.

1990 erschien mit „Tremors – Im Land der Raketenwürmer“ ein überraschend unterhaltsamer Monsterfilm, der Horror, Action, Western-Atmosphäre und jede Menge Humor miteinander verband. Aus dem kleinen Film über ein verschlafenes Wüstendorf entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Reihe mit inzwischen sieben Filmen.

Aber welcher Teil ist eigentlich der beste? Und lohnt sich die komplette Reihe auch heute noch?

Tremors – Im Land der Raketenwürmer (1990)

Der erste Film ist für mich bis heute der mit Abstand stärkste Teil der Reihe.

Im kleinen Wüstenort Perfection stellen die Bewohner plötzlich fest, dass sich unter ihnen etwas bewegt. Riesige, unterirdisch lebende Kreaturen machen Jagd auf die Menschen. Die sogenannten Graboiden reagieren auf Erschütterungen und machen selbst den scheinbar sicheren Boden zur tödlichen Falle.

Kevin Bacon und Fred Ward spielen Val und Earl, zwei Handwerker, die eigentlich nur aus Perfection verschwinden wollen. Stattdessen werden sie zu unfreiwilligen Monsterjägern. Dazu kommen Figuren wie Burt Gummer, gespielt von Michael Gross, der bereits im ersten Teil für einige der besten humorvollen Momente sorgt.

Was den Film besonders macht, ist seine Mischung aus Spannung und Humor. Die Graboiden werden nicht ständig präsentiert. Oft hört oder sieht man nur, dass sich unter der Erde etwas bewegt. Dadurch funktioniert die Bedrohung erstaunlich gut.

Gleichzeitig fühlt sich Perfection wie ein echter kleiner Ort an. Die Figuren haben Charakter und reagieren nachvollziehbar auf die völlig absurde Situation.

Meine Wertung: 8,5 von 10 Punkten

Tremors 2 – Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996)

Der zweite Teil ist für mich die beste Fortsetzung.

Earl Bassett wird nach Mexiko gerufen, wo eine Ölgesellschaft Probleme mit Graboiden hat. Schnell stellt sich heraus, dass die Kreaturen sich weiterentwickelt haben. Die neuen Shrieker können nicht mehr nur unter der Erde jagen, sondern bewegen sich oberirdisch und machen die Monsterjagd deutlich schwieriger.

Der Film verändert damit das Konzept des ersten Teils, ohne dessen Humor aufzugeben. Fred Ward ist wieder dabei und Burt Gummer bekommt eine größere Rolle.

Tremors 2 ist etwas trashiger als sein Vorgänger, aber genau das funktioniert erstaunlich gut. Die Monster sind zahlreicher, die Action nimmt zu und trotzdem bleibt der Film sympathisch.

Meine Wertung: 7,5 von 10 Punkten

Tremors 3 – Die neue Brut (2001)

Mit dem dritten Teil verschiebt sich der Schwerpunkt der Reihe langsam. Burt Gummer wird immer stärker zur zentralen Figur.

In Perfection tauchen erneut Graboiden auf. Doch auch diesmal bleibt es nicht bei einer einzigen Entwicklungsstufe. Die sogenannten Ass-Blaster können fliegen und sorgen für eine weitere Variante der Monsterjagd.

Der Film macht Spaß, ist aber deutlich stärker auf Monster-Action und Humor ausgerichtet. Die Atmosphäre des ersten Teils erreicht er nicht mehr.

Gleichzeitig beginnt hier endgültig die Entwicklung von Tremors zu einer Burt-Gummer-Show. Michael Gross trägt die späteren Filme zunehmend auf seinen Schultern.

Meine Wertung: 6,5 von 10 Punkten

Tremors 4 – Wie alles begann (2004)

Teil vier geht einen ungewöhnlichen Weg: Statt die Geschichte fortzusetzen, erzählt der Film ein Prequel.

Die Handlung spielt im Jahr 1889. Im Mittelpunkt steht Hiram Gummer, ein Vorfahr von Burt Gummer. In einem kleinen Ort im Wilden Westen tauchen die ersten bekannten Graboiden auf.

Das Western-Setting passt erstaunlich gut zum Grundkonzept von Tremors. Schießereien, Cowboys und riesige Würmer ergeben eine Mischung, die wesentlich besser funktioniert, als man zunächst erwarten würde.

Der Film ist weniger Horrorfilm und stärker Western-Komödie mit Monsteranteil. Gerade deshalb ist er eine willkommene Abwechslung innerhalb der Reihe.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkten

Tremors 5 – Blutlinien (2015)

Nach längerer Pause kehrte die Reihe 2015 zurück. Burt Gummer steht inzwischen endgültig im Mittelpunkt.

Diesmal geht es nach Südafrika. Wieder werden Graboiden und ihre verschiedenen Entwicklungsformen zum Problem. An Burts Seite steht Travis Welker, gespielt von Jamie Kennedy.

Der Film ist unterhaltsam, wirkt aber deutlich stärker wie eine Direct-to-Video-Produktion. Die ursprüngliche Atmosphäre ist kaum noch vorhanden.

Für Fans der Reihe ist das trotzdem kein Totalausfall. Wer Burt Gummer mag, bekommt genau das, was er erwartet.

Meine Wertung: 6 von 10 Punkten

Tremors 6 – Ein kalter Tag in der Hölle (2018)

Im sechsten Teil verschlägt es Burt und Travis in die kanadische Arktis.

Das neue Setting sorgt zunächst für etwas Abwechslung. Graboiden in einer eisigen Landschaft sind schließlich etwas anderes als Würmer in der Wüste.

Das grundlegende Rezept bleibt allerdings unverändert: Monster tauchen auf, Burt holt seine Waffen heraus und die Jagd beginnt.

Der Film ist solide, erreicht aber weder den Charme des Originals noch die Qualität der ersten Fortsetzungen.

Meine Wertung: 5,5 von 10 Punkten

Tremors 7 – Shrieker Island (2020)

Im bislang letzten Film der Reihe landet Burt Gummer auf einer Insel, auf der Graboiden gezielt für die Jagd eingesetzt und genetisch verändert wurden.

Damit wird das Grundprinzip der Reihe noch einmal deutlich überdreht. Aus dem ursprünglichen Monsterfilm ist endgültig ein bewusst trashiges Creature Feature geworden.

Das ist nicht unbedingt schlecht. Wer die späteren Tremors-Filme mag, bekommt Monster, Action und Burt Gummer. Der besondere Charme des Originals bleibt allerdings weitgehend auf der Strecke.

Meine Wertung: 6 von 10 Punkten

Meine Rangliste der Tremors-Filme

  1. Tremors – Im Land der Raketenwürmer – 8,5/10
  2. Tremors 2 – Die Rückkehr der Raketenwürmer – 7,5/10
  3. Tremors 4 – Wie alles begann – 7/10
  4. Tremors 3 – Die neue Brut – 6,5/10
  5. Tremors 5 – Blutlinien – 6/10
  6. Tremors 7 – Shrieker Island – 6/10
  7. Tremors 6 – Ein kalter Tag in der Hölle – 5,5/10

Was macht den ersten Tremors so besonders?

Der wichtigste Unterschied ist für mich die Balance.

Tremors ist nicht einfach nur ein Monsterfilm. Die Figuren sind interessant, der Humor funktioniert und die Bedrohung wird ernst genommen. Gleichzeitig weiß der Film genau, dass seine Geschichte ziemlich verrückt ist.

Die späteren Filme setzen dagegen immer stärker auf größere Monster, neue Mutationen und mehr Action. Das macht sie unterhaltsam, aber auch vorhersehbarer.

Besonders deutlich wird das bei Burt Gummer. Michael Gross ist eine der Konstanten der Reihe und macht auch die späteren Filme sehenswert. Gleichzeitig verändert seine immer größere Bedeutung den Charakter der Reihe. Aus einer Gruppe ganz normaler Menschen, die gemeinsam gegen eine unbekannte Bedrohung kämpfen, wird zunehmend eine Monsterjagd mit einem schwer bewaffneten Spezialisten.

Der erste Tremors bleibt für mich der beste Film der Reihe. Er ist spannend, witzig, sympathisch und hat eine Atmosphäre, die die späteren Teile nicht mehr ganz erreichen.

Tremors 2 kommt dem Original noch erstaunlich nahe und ist für Fans eigentlich Pflichtprogramm. Teil drei und vier sind ebenfalls sehenswert, wobei der vierte Film mit seinem Western-Setting eine interessante Ausnahme darstellt.

Die späteren Filme sollte man dagegen vor allem als das betrachten, was sie sind: unterhaltsame Monsterfilme mit viel Burt Gummer und einer gehörigen Portion Trash.

Und vielleicht ist genau das auch der Grund, warum die Tremors-Reihe über drei Jahrzehnte überlebt hat. Sie nimmt ihre Monster ernst – sich selbst aber nie zu sehr.

Mein persönlicher Tipp: Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte unbedingt mit dem Original von 1990 anfangen und anschließend direkt Tremors 2 ansehen. Danach kann man selbst entscheiden, wie weit man sich in die Welt der Graboiden, Shriekers und Ass-Blasters vorwagen möchte.

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