Wenn Eternia wieder ruft: Gedanken eines 80er-Kinds zum neuen „Masters of the Universe“-Trailer
Es gibt diese ganz bestimmte Art von Gänsehaut, die nur ein 80er-Kind kennt: Synthie im Ohr, Neon im Kopf – und irgendwo zwischen Kinderzimmerteppich und Videokassette der Gedanke, dass diesmal wirklich alles möglich ist. Als der neue Trailer zu „Masters of the Universe“ plötzlich da war, hat er genau diesen Schalter umgelegt: Klick – und ich war wieder dort, wo die Welt aus Actionfiguren-Regalen, Zeichentrick am Nachmittag und überlebensgroßen Helden bestand.
Ich bin mit den Figuren groß geworden. Mit der Serie, die sich anfühlte wie ein wöchentliches Versprechen. Und ja: auch mit der ersten Realverfilmung, die irgendwo zwischen Schrott, Kult und „Warum steht Skeletor in dieser Kulisse?“ pendelte – und gerade deshalb so unauslöschlich im Herzen geblieben ist.
Und jetzt also wieder: He-Man. Eternia. Das Schwert. Skeletor. Nur eben mit dem Glanz und der Wucht eines modernen Blockbusters.
Nostalgie ist kein Staub – sie ist ein Geräusch
Der Trailer trifft etwas, das man kaum erklären kann, wenn man nicht damals schon dabei war: Dieses Gefühl, dass Masters of the Universe nicht einfach nur eine Marke war, sondern ein eigenes Universum im Kopf. Es hatte diese klare, kindliche Logik: gut gegen böse – und irgendwo dazwischen liegt ein Schwert, das alles entscheidet.
Was mich am Trailer erwischt hat, ist nicht nur der Wiedererkennungseffekt oder das „Den kenne ich!“ – sondern die Idee, dass die Geschichte wieder groß erzählt wird. Nicht ironisch klein, nicht als Augenzwinkern, sondern als ernst gemeintes Abenteuer, das trotzdem weiß, woher es kommt.
Was der Trailer verspricht: Erde, Herkunft, Heimkehr
Der neue Film setzt offenbar stark auf eine Ursprungserzählung: Prinz Adam wächst (zumindest zeitweise) auf der Erde auf, bevor ihn das Schwert der Macht zurück nach Eternia führt – dorthin, wo Skeletor bereits die Kontrolle übernommen hat.
Das ist ein Ansatz, der mich überrascht hat – und gleichzeitig neugierig macht. Denn er bietet zwei Dinge, die richtig gut funktionieren können:
- Kontrast: die graue Alltagswelt als Sprungbrett für das knallige Eternia.
- Heimkehr-Mythos: Adam findet nicht nur ein Schwert, sondern eine Identität.
Und dann ist da natürlich dieser Moment, den jeder kennt, der als Kind schon wusste, was jetzt kommt: Wenn sich das Schwert der Macht nicht nur wie ein Requisit anfühlt, sondern wie ein Schlüssel in eine andere Realität. (Oder anders gesagt: wie der Griff zur Figur im Regal, bevor die Schlacht auf dem Wohnzimmerboden beginnt.)
Neue Gesichter, alte Archetypen
Der Trailer macht klar: Das Ganze wird nicht klein gedacht. Im Zentrum steht Nicholas Galitzine als Adam/He-Man, inszeniert von Travis Knight – und das Projekt wirkt wie ein bewusstes Statement: „Wir machen das jetzt richtig groß.“
Auch die Besetzung liest sich wie ein modernes Fantasy-Ensemble: Camila Mendes (Teela), Idris Elba (Duncan/Man-at-Arms), Alison Brie (Evil-Lyn), Morena Baccarin (Sorceress) und Jared Leto (Skeletor).
Und ja: Skeletor sieht fantastisch aus. Nicht, weil er „realistisch“ sein muss – sondern weil er diese besondere Mischung braucht aus Theatralik, Bedrohung und dem Gefühl, dass er jeden Satz auf dem Totenschädel-Thron ein bisschen zu sehr genießt. Wenn der Film das trifft, kann er sich sehr viel erlauben.
Meine Hoffnung: Dass der Film das Kinderzimmer ernst nimmt
Ich will keinen He-Man, der sich für seine eigene Prämisse schämt. Ich will auch keinen Zynismus, der so tut, als müsste man sich entschuldigen, weil es mal bunter, lauter und eindeutiger war.
Was ich mir wünsche, ist eigentlich simpel – und gleichzeitig schwer zu treffen:
- Eternia soll sich anfühlen wie Eternia (nicht nur wie ein hübscher CGI-Hintergrund).
- Pathos darf leben, solange es ehrlich ist.
- Abenteuer darf märchenhaft sein, ohne sich selbst zu parodieren.
Denn das ist der Trick bei Nostalgie: Sie ist nicht nur „damals war’s besser“. Sie ist ein Erinnerungsspeicher für das Gefühl, dass Geschichten einen wirklich mitnehmen können – ohne ironische Sicherheitsabstände.
Und dann ist da dieser Satz im Kopf …
„Bei der Macht von Grayskull …“ – du hörst ihn, bevor er gesagt wird.
Vielleicht ist genau das die Magie dieses Trailers: Er zeigt nicht nur einen neuen Film, sondern öffnet eine Tür zu einem sehr alten Gefühl. Zu dem Moment, in dem man als Kind dachte: Wenn ich nur fest genug daran glaube, wird aus Plastik plötzlich Mythos.
Ob der Film am Ende wirklich das hält, was der Trailer verspricht, wird sich zeigen. Aber allein die Vorstellung, Masters of the Universe wieder als großes Kinoereignis zu erleben, fühlt sich ein bisschen an wie eine Zeitmaschine mit Surround-Sound.
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